Radon

Radon-222 (im allgemeinen Sprachgebrauch Radon) ist ein radioaktives Edelgas. Es entsteht im Erdboden durch den Zerfall radioaktiven Urans. Uran ist ein natürlicher Bestandteil in der Erdkruste und kommt in unterschiedlichen Konzentrationen überall auf der Welt vor. Durch den Zerfallsprozess bilden sich neue Stoffe und im weiteren Umwandlungsprozess auch Radon. Radongas finden wir auf der ganzen Welt in Luft und Wasser. Es ist geruchs-, farb- und geschmacklos. Der Mensch nimmt es nicht unmittelbar wahr, es hinterlässt keine Spuren.

Radon ist gasförmig und kann aus dem Boden entweichen. Es zerfällt in mehrere radioaktive Folgeprodukte und reichert sich in der Raumluft an. In Deutschland sind die Menschen etwa zur Hälfte natürlicher und zur anderen Hälfte künstlich erzeugter ionisierender Strahlung (Radioaktivität) ausgesetzt. Bei der natürlichen Strahlung stellt das radioaktive Radongas den größten Anteil.

Wirkung von Radon

Radon wirkt über längere Zeit. Gesundheitliche Auswirkungen zeigen sich oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten. Radon erzeugt keine Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit. Radon zählt nach dem Rauchen zu den Hauptursachen für Lungenkrebs.

Region mit erhöhtem Radongehalt

Gemäß der Radonkarte liegt im Ruhrgebiet eine relativ geringe Bodengaskonzentration vor. Durch den Kohleabbau bedingte Bergsenkungen führen jedoch oftmals zu Spannungen und Rissen in der Gebäudekonstruktion. Diese Risse oder Undichtigkeiten können auch mögliche Eintrittspfade von Radongas aus dem Erdreich sein. Die dichte Bauweise führt darüberhinaus zu einer erhöhten Anreicherung der Radongaskonzentration.

Radonmessung in einem Fussbodenaufbau

Radon in Gebäuden

Es ist ausschließlich mit entsprechenden Messgeräten nachweisbar. Die Höhe der Radonkonzentration in Gebäuden kann nur durch Messungen geklärt werden. Die Konzentration in der Luft wird in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) und die Strahlenbelastung für den Menschen wird in Millisievert (mSv) angegeben. Es werden Radonmessungen sowohl für Gebäude als auch für Grundstücke durchgeführt.

Welche Immobilien besonders hohe Radonkonzentrationen aufweisen, ist von verschiedenen Risikofaktoren abhängig:

  • Lokale, geologische Besonderheiten
  • Durchlässigkeit des Untergrundes
  • Bodenstruktur im Baugrund
  • Durchlässigkeit im Fundament durch Risse oder Spalten
  • Gebäudezustand
  • verbundene Kanalisationssystem 

Gebäude, die auf Halden stehen, können eine erhebliche Radonkonzentration aufweisen. Haldenmaterial und Rückstände weisen in der Regel eine hohe Porosität auf. Radon entweicht in größeren Mengen. 

Baumaterialien

Von Bedeutung im Hinblick auf die Radonbelastung sind Baumaterialien, wenn Natursteine mit erhöhten Radium-Konzentrationen verwendet wurden oder werden. Gleiches gilt für bergbauliche oder industrielle Rückstände mit erhöhten Radiumgehalten. Diese können als Baumaterial, Beton- oder Mörtelzuschlagstoff oder zur Fundamentierung beziehungsweise Hinterfüllung verwendet werden. Beim Bau oder Kauf einer Immobilie sollten die Risikofaktoren für eine erhöhte Radonkonzentration kritisch geprüft werden. Aufschluss über die tatsächliche Belastung gibt allein eine Radon-Messung.